Die Bezeichnung „Hausstauballergie“ ist im Grunde nicht ganz korrekt, denn der eigentliche Auslöser der Allergie befindet sich nicht im Hausstaub an sich. Gewöhnlicher Hausstaub setzt sich zu großen Teilen aus Haaren, Hautschuppen, Textilfasern, Federn, Pilzen, Bakterien, Algen, Hausstaubmilben, Pollen und Nahrungsmittelresten zusammen. Auslöser der allergischen Symptome einer Hausstauballergie sind bestimmte Eiweißstoffe, die sich vor allem im Kot, aber auch in toten Körpern der Haustaubmilben befinden.

Arten

Hausstaubmilben zählen zu den Spinnentieren, meist handelt es sich um die Arten Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatophagoides farinae oder Dermatophagoides microceras. Die Gattungsbezeichnung, Dermatophagoides, hat ihren Ursprung in der griechischen Sprache und bedeutet übersetzt so viel wie "Hautesser". Hausstaubmilben ernähren sich nämlich vor allem von abgestorbenen Hautschuppen, von denen jeder Mensch täglich rund ein bis zwei Gramm absondert.

Weltweit sind bisher 49 Arten der Familie Pyroglyphidae nachgewiesen, von denen 13 in Hausstaub leben, nur sechs oder sieben davon häufiger. Es gibt aber weitere Milbenarten, die in Häusern leben können, besonders zahlreich in den Tropen. Ursprünglicher Lebensraum der Hausstaubmilben sind Vogelnester, von dort sind sie auf menschliche Behausungen übergegangen und weltweit verschleppt worden.

Hausstaubmilben sind getrenntgeschlechtlich, wobei die Männchen deutlich kleiner sind als die Weibchen. Weibchen erreichen ein Lebendgewicht von 5,8 Mikrogramm, Männchen nur 3,5. Nach der Kopulation legen die Weibchen die Eier ab, allerdings nicht als Gelege, sondern einzeln über einen langen Zeitraum verteilt. Die Lebensdauer der Weibchen ist stark von Temperatur und Luftfeuchte abhängig und auch von Art zu Art etwas verschieden, sie reicht von etwa 30 bis zu 100 Tagen. In dieser Zeit legen sie zwischen 40 und 80 Eier ab, die sich über ein Larvenstadium und mehrere Nymphenstadien zu den geschlechtsreifen Milben entwickeln. Die gesamte Lebensperiode vom Ei zum Geschlechtstier ist sehr variabel, sie dauert unter günstigen Bedingungen etwa 30 bis 50 Tage, kann sich aber bei niedrigen Temperaturen auf bis zu 120 Tage ausdehnen.

Aufgrund ihrer mikroskopisch kleinen Größe von nur 0,1 Millimeter lassen sich Hausstaubmilben mit bloßem Auge kaum erkennen. Die Milben selbst übertragen keine Krankheiten und fallen weder durch saugen, beißen oder stechen negativ auf.

Milben-Belastung rund um den menschlichen Wohnraum

Hausstaubmilben werden beinahe ausschließlich in menschlichen Wohnungen gefunden, im Freien können sie normalerweise nicht überleben. Es gibt hier nur wenige Ausnahmen, z. B. Vogelnester. Wohnungen werden durch in der Kleidung verschleppte Milben neu besiedelt.

Ihr Vorhandensein ist allerdings kein Zeichen mangelnder Sauberkeit - Hausstaubmilben gehören zu den natürlichen Mitbewohnern der häuslichen Umgebung des Menschen.

Der Großteil der Hausstaubmilben befindet sich im Bett. Dort sind zu gleichen Teilen die Matratze und das restliche Oberbett betroffen. Weitere Fundorte sind Polstermöbel, während in Teppichen normalerweise nur wenige Hausstaubmilben zu finden sind. Auch in anderen Substraten wie älteren Büchern können hohe Dichten auftreten. Die höchste Konzentration findet sich in Matratzen und Kopfkissen, weil dort reichlich Hautschüppchen als Futter sowie viel Feuchtigkeit vorhanden sind: Eine schlafende Person scheidet pro Stunde Schlaf etwa 40 g Wasser mit der Atemluft und als Schweiß aus

Untersuchungen haben ergeben, dass mehr als 98 % aller Matratzen verschmutzt sind und Milbenkot enthalten. 

Im Schnitt teilen wir mit über 3 Millionen (!!) Hausstaubmilben unsere Matratze und Bettwäsche!

Jede einzelne Milbe produziert ca. 20 Kotkügelchen täglich. In ihrem rund sechswöchigen Leben summiert sich das Gewicht der Kotbällchen auf das 200-fache des Eigengewichts der Milbe. Selbst in gewaschenen Kopfkissen finden sich immer noch mehrere zehntausend Milben. Ein Kissen, von dem stets nur der Bezug gereinigt wird, ist mit bis zu einer halben Million Milben belastet.

Bei jeder nächtlichen Bewegung wirbeln wir den getrockneten Milbenkot auf, feinste Partikel verteilen sich so über den Hausstaub auf die gesamte Wohnung. In nur einem Gramm Hausstaub befinden sich bis zu 15.000 Milben. Hausstaubmilben stellen daher die Ursache für das häufigste Innenraumallergen Weltweit.

Das ist kein Zeichen mangelnder Hygiene oder Sauberkeit- aber trotzdem ein Problem.

Wenn Sie allerdings einige Tipps beachten und regelmäßig eine professionelle Tiefenreinigung Ihrer Matratzen durchführen lassen, lässt sich die Milbenpopulation auf ein Minimum begrenzen.